Kategorie

Datum

18 Dez 2019

Uhrzeit

19:00 - 23:00

Kantine3000: “Tot in Lübeck”. Rechter Terror damals und heute

Im Januar 2020 jährt sich der folgenschwerste rassistische Brandanschlag
in der deutschen Nachkriegsgeschichte zum 24. Mal. In der Nacht des 18.
Januar 1996 brannte die Geflüchtetenunterkunft in der Lübecker
Hafenstraße. 10 Menschen starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt.
Noch in der Tatnacht wurden vier Neonazis aus Grevesmühlen festgenommen,
für deren Täterschaft diverse Indizien und Beweise sprechen. Wie in
Deutschland jedoch üblich wurden die Nazis schnell wieder laufen
gelassen und anschließend vor allem in Richtung der Betroffenen von
rassistisch motivierter Gewalt ermittelt – und Safwan Eid angeklagt, ein
Bewohner des Hauses. Durch ein Ermittlungsverfahren voller Pannen und
Fehler sind die wahren Täter aus der rechten Szene bis heute nicht
verurteilt worden.

Wir zeigen in unserer Dezember-Kantine den Film „Tot in Lübeck“ von
Lottie Marsau und Katharina Geinitz, der den Brandanschlag und die
Ermittlungen dokumentiert.

Im Anschluss an die Filmvorführung: Diskussion über die Kontinuitäten
von rechtem Terror in Deutschland und dem Versagen und Vertuschen
deutscher Ermittlungsbehörden. Auf dem Podium die Rechtsanwältin
Gabriele Heinecke, die damals Safwan Eid vertrat und Caro Keller
(NSU-Watch). Die zentrale Frage: Wie ist der Umgang mit rassistischen
Anschlägen und rassistischen Behörden innerhalb der linken Szene? Wie
können wir Betroffene unterstützen und Druck aufbauen?

Mit dieser Veranstaltung wollen wir an die Ermordeten erinnern und auch
zur Gedenkveranstaltung für die Toten des Lübecker Brandanschlags
mobilisieren, die im Januar 2020 in Lübeck stattfindet. Mehr Infos zum
Gedenken findet ihr unter: https://hafenstrasse96.org/

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns der Gruppe für den
organisierten Widerspruch mit Barabend in der Roten Flora – wie stets
mit stilvollen Getränken (Champagner), Essbarem (Kuchen, Muffins,
Canapés) und Bier (Bier).