30 Jahre Rote Flora

Programmheft G30 (PDF)
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Am 23. September 1989 wurde die Rote Flora auf Grundlage eines befristeten sechswöchigen Vertrags mit der Stadt eröffnet. Doch statt der besenreinen Übergabe nach Vertragsende wurde am 01. November das Gebäude besetzt. Es lag damals außerhalb der Vorstellung, dass dies der Beginn einer 30-jährigen Geschichte der Besetzung werden würde. Diese drei Jahrzehnte sind prall gefüllt mit dem Kampf um die Utopie für etwas Besseres als den Kapitalismus, Disputen um Konzepte und Theorien, nie endenden Debatten um Entscheidungs- und Streitkulturen. Viele haben sich engagiert, ausprobiert aber auch verausgabt und aufgerieben in politischen Auseinandersetzungen zwischen Hausmeisterei und Weltrevolution. Den »Kasten« haben manche als prägende Erfahrung hinter sich gelassen, andere sind enttäuscht weggeblieben. Die Rote Flora, sie war (und ist) nie nur Autonomenzentrale, sondern lebendiger Ort der Subkulturen, kollektives Experimentierfeld, hedonistischer Versuchsaufbau und hygienische Herausforderung. Die Rote Flora ist kein rechtsfreier Raum, wenn darunter ein Raum verstanden wird, der völlig außerhalb des staatlichen Zugriffs läge. Die Rote Flora ist auch kein Freiraum, wenn damit ein Raum gemeint ist, in dem die gesellschaftlichen Zwänge aufgehoben sind oder komplett aufgehoben werden können. Als besetzter Ort bietet die Rote Flora allerdings soziale und politische Handlungsspielräume mindestens zur Sabotage der herrschenden Ordnung. Das war so, das ist so und wird auch in Zukunft so bleiben.

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