Generationen von Aktivist*innen sind gekommen und gegangen. Politische Debatten haben sich verändert, Bewegungen sind entstanden und verschwunden und aus der Schanze der späten Achtziger ist ein durchgentrifiziertes Ausgehviertel geworden.
Im Haus wird trotzdem weiter gebaut, diskutiert, gestritten, gekocht, gedruckt, gefeiert, organisiert und Politik gemacht.
Konzerte und Solipartys stehen neben politischen Veranstaltungen und selbstorganisierten Angeboten.
Während anderswo selbstverwaltete Projekte unter Druck geraten, unterstützt die Rote Flora weiterhin bedrohte linke Zentren und Strukturen.
50 Jahre Infoladen Schwarzmarkt, 30 Jahre Soziales Zentrum Norderstedt – die Rote Flora gratuliert.
Das Viertel drumherum sieht inzwischen allerdings ziemlich anders aus. Aus dem ehemaligen Arbeiter*innen- und Alternativviertel ist eines der teuersten und touristischsten Quartiere Hamburgs geworden.
Das die Rote Flora unter den derzeitigen gesellschaftlichen und stadtpolitischen Entwicklungen immer noch ohne Verträge und Eingriffe durch die Stadt existiert ist an sich schon ein Grund zu feiern.
Das Haus hält an seiner Position fest: Solidarität mit den Opfern des 7. Oktober, gegen Hamas und gegen jeden Antisemitismus – und gleichzeitig gegen die rechte Regierung Israels und deren Politik gegen die Palästinenser*innen.
Mit dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober beginnt auch innerhalb der radikalen Linken eine massive Auseinandersetzung über Antisemitismus, Israel und den Krieg in Gaza.
Die Rote Flora positioniert sich gegen jeden Antisemitismus und gegen die Rechtfertigung des Massakers und ruft zur Kundgebung „Gegen jeden Antisemitismus und Rassismus“ auf.
Gleichzeitig wird in allen Veröffentlichungen des Hauses zu der Thematik auch klar die derzeitige rechte Regierung Israels abgelehnt.
In der Roten Flora entsteht ein FLINTA*-only Proberaum.
Die Entscheidung ist Teil der Auseinandersetzung darum, wer Räume nutzt, wer auf Bühnen steht und welche Strukturen notwendig sind, damit nicht immer dieselben Typen Konzerte und Veranstaltungen bestimmen.
Nach zwei Jahren Pandemie kehren Veranstaltungen, Konzerte, Partys, politische Treffen und Soliveranstaltungen langsam zurück.
Die Krisen und Risse die Corona innerhalb der Gesellschaft verursacht haben, machen auch vor der radikalen Linken und damit auch vor der Roten Flora nicht halt.
Die Pandemie wird gleichzeitig zum Anlass für Diskussionen darüber, wer ihre sozialen und ökonomischen Folgen trägt und welche emanzipatorischen Antworten eine radikale Linke darauf haben kann.
Nach Jahrzehnten der Vertragsangebote, Verkaufsversuche und Eigentümerwechsel tauchen außerdem wieder Überlegungen zur langfristigen Absicherung des Gebäudes auf.
Die Flora bleibt trotzdem das, was sie seit 1989 ist: selbstverwaltet, politisch unabhängig und vor allem unverträglich
Ab März werden Konzerte, Partys und Veranstaltungen eingestellt. Zeitweise finden kleinere politische Veranstaltungen draußen statt.
Ein Haus, das davon lebt, dass Menschen zusammenkommen, bleibt weitgehend leer.
Die laufenden Kosten leider nicht.
Unter dem Motto „Support Your Local Squat“ wird zu Unterstützung aufgerufen.
Am 1. November ist die Flora seit 30 Jahren besetzt.
Was 1989 als Widerstand gegen ein Musical und die kommerzielle Umstrukturierung des Schanzenviertels begann, steht immer noch.
Das wird mit den Festspielwochen „Niemals aufgeben“ gefeiert: Konzerte, Diskussionen, Ausstellungen, Filme, Vorträge und Veranstaltungen zur Geschichte und Zukunft des Projekts.
30 Jahre ohne Mietvertrag, staatliche und institutionelle Förderung.
Während Politik und Cops im G20-Sonderausschuss ihre Version der Ereignisse präsentieren, beschäftigt sich auch die Flora weiter mit dem Gipfel.
Insbesondere das Vorgehen der Hamburger Bullen vor und während der Proteste bleibt Thema.
Der Senat erklärt den Gipfel irgendwann für aufgearbeitet.
Wir nicht.
Nach dem Gipfel beginnt die Aufarbeitung auf ihre Art: Hausdurchsuchungen, Ermittlungsverfahren, Fahndungsportale und die „Soko Schwarzer Block“.
Bundesweit werden Wohnungen und linke Projekte durchsucht.
Die Rote Flora solidarisiert sich selbstverständlich mit den Betroffenen der Repression.
Hamburg soll Gastgeber*in für Donald Trump, Putin, Erdoğan und den Rest der G20 spielen. Der Senat verspricht einen Gipfel, von dem die Bevölkerung kaum etwas merken werde. Das klappt eher nicht.
Schon vor dem Gipfel werden Protestcamps verhindert, Wohnungen durchsucht und die Stadt mit Cops dicht gemüllt. Zehntausende Gegendemonstrant*innen kommen trotzdem nach Hamburg.
Die „Welcome to Hell“-Demo wird kurz nach ihrem Beginn von den Cops massiv angegriffen. Während der Gipfeltage folgen Blockaden, Demonstrationen, Aktionen und massive Auseinandersetzungen.
In der Nacht zum 8. Juli eskaliert die Situation rund um das Schulterblatt. Geschäfte werden geplündert, Barrikaden brennen und die Cops ziehen sich zeitweise aus Teilen des Viertels zurück.
Anschließend wird die Rote Flora von Politik und Medien zur Verantwortlichen für das G20-Wochenende erklärt. Räumungsforderungen inklusive.
Erstaufführung des Dokumentarfilms “Im inneren Kreis“. Dieser Beschäftigt sich mit den Auswirkungen und Hintergründen von verdeckt ermittelnden Polizisten in Hamburg und Heidelberg.
Eine weitere verdeckte Ermittlerin wurde enttarnt, die von 2006 bis 2013 in der linken Szene aktiv war. Ihre Themen neben der Roten Flora: Antifa und Fußball. Hier der ausführliche Bericht des Rechercheteams.
Die verdeckte Ermittlerin Maria B. war von 2008 bis 2012 in der linken Szene aktiv. Ihre Themen waren Antira und Antifa, in der Flora war sie nicht sehr aktiv. Hier der ausführliche Bericht.
Im August 2015 fand die bisher größte Sommerbaustelle der Roten Flora seit Besetzung des Hauses statt.
Die verdeckte Ermittlerin Iris P. war von 2000 bis 2006 in der linken Szene aktiv. Neben der Roten Flora interessierte sie sich für den Radiosender FSK, Bauwagenplätze und die Queere Szene. Hier der Blog der Recherchegruppe.
Die Stadt kauft das Gebäude zurück, aus Kretschmer wird Lawaetz, sonst ändert sich nichts! Unsere Presseerklärung dazu.
Grosse Festspielwoche zum Erhalt der Roten Flora mit Veranstaltungen auf Kampnagel, im Gängeviertel, der altonaer Fabrik und mit einem Konzert von Jan Delay in der Roten Flora. Flankiert wurde diese Aktion von einem von hunderten Unterstützer_innen, Einrichtungen und Projekten unterzeichneten Aufruf.
Nachdem das Schanzenfest aufgrund der Allmachtsphantasien von Innensenator Ahlhaus nicht nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, findet im September ein zweites statt.
Am 24.05.2009 wird auf Initiative des Boxclubs Hanseat Hamburg gemeinsam mit Angehörigen ein Stolperstein für Johann „Rukeli“ Trollmann vor dem Portal der Roten Flora verlegt. Zu der Erklärung.
Nach einem sexistischen Angriff vor der Flora wird auch ein helfender Besucher der Flora festgenommen, es kommt zur Auseinandersetzung mit den Bullen. Unter dem Vorwand daran Beteiligte festnehmen zu wollen wird die Flora umstellt und mit immensem Aufgebot inkl. BFE, Wasserwerfer und Hubschrauber gestürmt. Alle sich im Gebäude befindlichen Personen werden festgenommen, etliche Türen werden trotz vorhandener Schlüssel mutwillig von der Polizei zerstört und alle Räume durchsucht. Presseerklärung 1 & 2
Um die Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm zu kriminalisieren konstruierte die Bundesanwaltschaft eine terroristische Vereinigung nach §129a. Es wurden bundesweit Privatwohnungen und Projekte durchsucht. Unter anderem die Rote Flora. Es wurden viele Türen zerstört und Computer, Kopierer und bergeweise Papier beschlagnahmt. Nach dem Gipfel hat der Bundesgerichtshof die Rechtswidrigkeit dieser Aktion festgestellt, alle Verfahren wurden eingestellt und so blieb nicht übrig bis auf den angerichteten Schaden. Pressemitteilung von damals.
Zur Feier des Jubiläums gibt es einen längeren Text zur Entwicklung des Projekts, zu inneren und äusseren Widersprüche. Zentral dabei: was ist der politische Kern unserer “unverträglichen” Organisationsform.
Aber auch zu den Auseinandersetzungen mit Senat und Polizei, sowie zu den Konflikten im Viertel um Verteibung und Ausgrenzungspolitik, wird Stellung bezogen.
Wie jedes Jahr seit 1988 findet das Schanzenfest statt, um erwartete unzumutbare städtische Auflagen zu vermeiden. Redebeitrag der Roten Flora auf dem Fest.
Das zweite Mal in der Flora-Geschichte Bullen im Haus, während der Vokü wird die Flora umstellt, alle sich im Haus Befindlichen verlassen kollektiv das Gebäude. Anschließend besichtigt der Einsatzleiter die dann menschenleere Flora.
Plakatwand gegen Olympiabewerbung wird nachdem sie kaum einen Tag hängt von großem Bullenaufgebot mit schwarzer Farbe übermalt.
Grossdemo „Die Regierung stürzen – Gegen Rechtspopulismus, Ausgrenzung und Vertreibung! Den Widerstand in die City tragen…“ von der Schanze in die Innenstadt.
Räumung des Bauwagenplatzes Bambule durch den Schill-Senat. In der Folge kommt es wochenlang zu Auseinandersetzungen auf der Strasse.
Achidi John stirbt an den Folgen eines Brechmitteleinsatzes. Diese Folterpraxis wurde vom vorherigen Innensenator Olaf Scholz im Law-and-order Wahlkampf 2001 eingeführt. Trotz mehrerer Todesfälle wurde dieses menschenverachtende Verfahren erst Jahre später von höchsten Gerichten gestoppt.
Flora wird an Privatperson verkauft, bleibt aber weiterhin besetzt
Mit dem Positionspapier der Roten Flora zum Vertragsangebot werden weitere Verhandlungen abgelehnt und man beschliesst einfach weiter zu machen wie bisher.
Ole von Beust (Spitzenkandidat der CDU) gibt vor der Flora eine Pressekonferenz, er wurde mit Konfetti und Luftschlangen empfangen und frenetisch angefeuert. Wir hatten Spaß und sein Konzept der Eskalation ging nicht auf. 2 Std. später präsentierte die HH-Polizei ihren halben Fuhrpark vor der Flora, um ein Transpi mit der Aufschrift “OLE HALT´S MAUL. CDU-LEITKULTUR-RASSISTEN VERPISST EUCH!” zu beschlagnahmen.
Das Bezirksamt Altona schickt der Flora den Entwurf eines Nutzungsvertrages.
In Folge einer Reclaim The Streets-Party gibt es vor der Flora Auseinandersetzungen mit der Polizei, Barrikaden und Kühlschränke brannten, und die Polizei versuchte, die Ansammlung immer wieder unter Knüppeleinsatz zu zersprengen. Dabei gab es mehrere Schwerverletzte. Nach einigem Hin und Her umstellte ein starkes Polizeiaufgebot die Flora und forderte die ca. 120 Eingeschlossenen auf, das Haus zu verlassen, zwecks Personalienaufnahme und gegebenenfalls Festnahme. Morgens um 7 Uhr entschlossen sich die Menschen in der Flora, herauszukommen, alle wurden in Gewahrsam genommen. Im Anschluss an die Ereignisse kommt es zu einer wochenlangen Pressehetze gegen die Flora. Die CDU fordert erneut die Räumung der Flora.
Der Wunsch des Senats, die Flora zu legalisieren intensiviert die Diskussionen um Verträge und Verhandlungen.
Bezirksamt Altona bestimmt die Patriotische Gesellschaft als Vermittler zwischen Stadt und Flora.
Die längere Zeit auch in der Zeck geführte Diskussion um die richtige Nutzung des Seiteneinganges (“zweiter Druckraum”) wird faktisch entschieden: Die Tür wird vorgezogen, der wettergeschützte Raum entfällt.
Die Bildzeitung veröffentlicht Artikel: “Kaffee, Curry und Krawall-Videos”. Die Verleihung der “Roten Feder” (für solidarische Berichterstattung) durch Flora-Aktivisten scheitert an der Sturheit der RedakteurInnen.
“Aktionstag gegen Rassismus, Sicherheitswahn und staatliche Drogenpolitik” bringt noch einmal die Frage der Vertreibungspolitik ins öffentliche Bewußtsein. Gegen diese Haltung gibt es auch erhebliche Vorbehalte aus dem Schanzenviertel.
Das Plenum tritt wieder an die Stelle des Orgarats.
Paper-Move: Das Archiv zieht wieder in die Flora zurück.
Die Bullenkontrollen und Platzverweise um die Flora nehmen im Frühjahr ständig zu. Im April wird der 1997 unter der Vokü-Terrasse errichtete, provisorische Druckraum von den Bullen abgerissen und wieder errichtet. Im Sommer werden demonstrative Frühstücke gegen Razzien und Platzverweise vor der Flora veranstaltet.
April: Vermummte überfallen vor der Flora einen Streifenwagen und setzen ihn in Brand. Tage vorher war ein Ziviwagen angegriffen, beschädigt und seine Insassen schwer verängstigt worden.
November: Wieder Vermummte, wieder ein Streifenwagen, der Brandsatz zündet nicht.
Netterweise hatte er vorher das Frauenklo gekachelt.
Die Drogenszene verlagert sich im Laufe des Jahres aufgrund stärker werdenden Drucks vom Schanzenpark ins Viertel und an die Flora.
Die Gruppe IZI erklärt die Flora für besetzt, um Platz für von der Abschiebung bedrohte Flüchtlinge zu schaffen und baut sich im ersten Stock Räume aus. Im Juni zieht sich IZI im Streit aus der Flora zurück
FDP-Politiker Rainer Lettow fragt das Bezirksamt Altona, ob die Flora Steuern für ihre Vergnügungen zahlt. Listigerweise war er vorher in der Flora und erfuhr, daß es ein “Freiraum” sei. Eine neue Runde in der Gegenkampagne war eingeläutet.
Mit der Verdrängung der Drogenszene vom Hauptbahnhof ins Schanzenviertel beginnt im Stadtteil die Diskussion um die Drogenszene. Im Dezember 1997 gibt es eine Erklärung der Roten Flora zu Dogenhandel und -konsum.
Im Frühjahr 1996 geht der Wiederaufbau der Flora weiter. Im Februar wird der Vokü-Betrieb wieder aufgenommen und im März findet die erste Veranstaltung nach dem Brand statt. Ab Mai läuft wieder ein reguläres Programm.
20.000 DM Clubprämie von der Kulturbehörde für ein außergewöhnliches Kulturprogramm im Jahre 1995.
Den schwersten Einbruch in der Geschichte der Flora war sicher der Brand vom 28. November 1995. Im Archiv der Sozialen Bewegungen war ein Feuer ausgebrochen, das das Dach vernichtete und den ersten Stock unbrauchbar machte. Der Grund ist bis heute nicht bekannt.
Als in der Nacht viele NutzerInnen vor dem Gebäude standen und fassungslos der Feuerwehr bei ihren Löscharbeiten zuschauten, schien das Ende unvermeidlich. Aber mit einer überraschenden Energie wurde sich noch am nächsten Abend dem Wiederaufbau gewidmet.

Die Bürgerschaft beschließt Senatsdrucksache zum Sanierungsgebiet: Sanierung ist wichtig, wegen der “Gefahr einer Verschärfung sozialer Konflikte”. Erstmals nimmt der Senat öffentlich zur Kenntnis, dass seit 1989 die Flora als Stadtteilkulturzentrum genutzt wird und dass hierfür ein Bedarf besteht.
Streit wegen einer Elterngruppe, die in der Flora einen Raum, ggf. Dachaufstockung, zur Kinderbetreuung nutzen und dafür Leute gegen Lohn anstellen will. Die Gruppe gibt ihre Pläne auf, da in der Flora der Grundsatz gilt: “Keine bezahlte Arbeit”.
Amnesty International erwähnt die ‚E-Schicht’ des Polizeireviers Lerchenstraße aufgrund zahlreicher Vorfälle im internationalen Folterbericht. Ermittlungsverfahren gegen ihre Mitglieder werden grundsätzlich eingestellt.
Eine gemischte Gruppe kappt im Darkroom einer schwul-lesbischen Party das Kabel des Videorekorders. Vorwurf: Es wurden schwule Pornos gezeigt. Die Flora wird der Schwulenfeindlichkeit bezichtigt.
10.000 DM Clubprämie von der Kulturbehörde für ein außergewöhnliches Kulturprogramm im Jahre 1993.
Hakenkreuze und vier Molotowcocktails gegen die Volksküche der Flora. Zum Glück sind rechtzeitig Menschen zur Stelle, um zu löschen.
Die Kabarett-Gruppe ‚Heiter bis Wolkig’ liefert in der Flora einen unsäglichen, sexistischen Auftritt ab, der zu monatelanger Diskussion und bundesweitem Boykott der Gruppe führt. Der St. Pauli-Fanladen, der ‚Übersteiger’ und die Gruppe Slime solidarisieren sich mit HbW. In Folge dessen wird der Fanladen mit Buttersäure und Plakaten attackiert. Die Auseinandersetzungen mit dem Fanladen haben zur Folge, dass in einigen Hamburger Szenekreisen die Flora als Hort stalinistischer ZK-Dogmatiker gesehen wird.
Die STEG stellt den letzten Teil ihrer Voruntersuchung für das Sanierungsgebiet vor: Nutzung der Flora für Gemeinbedarf / Stadtteilkultur.
Nach einem Jahr Diskussion wird der Alkoholverkauf bei Veranstaltungen erlaubt. Fleischverkauf bleibt verboten.
Die “Radikale Scheiße Gruppe” wirft der Flora Ignoranz gegenüber Obdachlosen vor, die im Winter frieren und nicht in der Flora schlafen dürfen. Der Gruppe wird zugestanden, den Leoncavallo-Raum zu nutzen. Nach etwa 2 Wochen geben die Initiatoren das Projekt im Streit auf.
Nachdem die Hafenstraße nicht der Forderung der Flora und verschiedener Frauen/Lesbengruppen nachkommt, sich von einem ihrer Anwälte zu trennen, verhärtet sich der Bruch. Der Anwalt übernahm das Mandat für einen Vergewaltiger und Mörder.
Die Bezirksversammlung legt sich im Januar auf Flora e.V. als Träger für Stadtteilkultur fest. Am 27.1. teilt Müller mit, dass ihr Architekt die Anbauvarianten durchrechnet. Die Verhandlungen bleiben hier stecken, da Traute Müller aufgrund einer StaSi-Verwicklung ihres Mannes zurücktritt.
Verhandlungen mit Stadtentwicklungssenatorin Traute Müller (SPD). Die Gespräche scheitern im Dezember
Im Laufe des Jahres erscheint erstmalig die Flora-Zeitung ‚Zeck’
Das Archiv der Sozialen Bewegungen entscheidet sich, in die Flora zu gehen
Rote-Flora-Rückwand entsteht, große Bau-Aktion
Festlegung des Sanierungsgebietes rund um die Flora. STEG stellt ihr FLORA-Gutachten vor

Der Hafen plant ein Solifest (“Viva St.Pauli) am Millerntorstadion. Die Flora lehnt die Unterstützung ab, weil sie die Veranstaltung überdimensioniert und reformistisch findet, außerdem werden mehr Verkehr und Touristen herangezogen.
An einem neuen Florakonzept wird gearbeitet. Forderung nach Sanierungsgeldern ohne Bedingung zur Wiederherstellung des Zustandes vor den Abrissarbeiten`88 ist unstrittig.
Tonnen von Erde und Sand werden verteilt, ganze Wälder gepflanzt. Im Juli wird der Park von einem Großaufgebot der Polizei geräumt und zerstört. Es folgen Demos mit 2000 Menschen. Der BGS muß die Baustelle 24h am Tag bewachen, trotzdem fällt der betonierte Bauzaun zweimal um. 6.000DM Entschädigung werden vom Bezirk für die zerstörten Bäume des Parks bezahlt.

Bezirksamtsleiter Strenge verkündet, daß “..es unstrittig ist, daß ein Stadtteilzentrum (in der Ruine) errichtet werden soll.”
Christa Manz aus dem Flora Plenum wird als LKA-Spitzel enttarnt
STEG versucht Kontaktaufnahme – Eine Gesprächsbereitschaft mit den politischen EntscheidungsträgerInnen wird nicht ausgeschlossen.
Der Senat beschließt den Bau von 114 Sozialwohnungen hinter der Flora (41 wurden gebaut).
HSV Hools greifen die Flora an und hatten Pech
Verfassungsschützer Chef Lochte kündigt Räumung an.
Phantomenale Aktionstage gegen die Premiere des “Phantoms der Oper”
Im Juli wird der Flora e.V. gegründet und im September werden Gelder und ein 6 Wochen geltender Vertrag erhandelt, um in der Ruine des Flora Theaters 2 Räume herzurichten und das erarbeitete Stadtteilkulturkonzept vorzustellen. Nach Ablauf des Vertrages wird die Flora am 1.11.89 für besetzt erklärt. Der Bezirksamtsleiter verzichtet aus unerklärlichen Gründen auf eine Räumung. Parallel zur Besetzung Gründet sich die STEG (Stadtentwicklungsbehörde) in dem Auftrag alles und jeden zu integrieren und zu befrieden.

Im Februar zieht 1000 Töpfe aus, das Gebäude wird kurzfristig inspiziert. Im April folgt der Abriß des Kristallpalastes und im Juni findet die erste Besetzung des Bauplatzes statt. Im August entscheiden die Investoren sich zurückzuziehen.
Nach Bekanntwerden der Pläne für das Musicalprojekt “Phantom der Oper” im Schanzenviertel gründet sich eine Stadtteilinitiative dagegen.